Wer im Gebirge im Salzburger Land unterwegs ist, sollte gut ausgerüstet und körperlich fit sein und das Wetter immer im Blick haben. Sportliche Menschen haben die Qual der Wahl: Welche Route bietet sich an? Wo gibt es unterwegs Verpflegung? Wir haben einige Tipps für Sie gesammelt, von gemütlich bis anspruchsvoll, von abenteuerlich bis familientauglich.
Das Wichtigste ist, sich in den Bergen verantwortungsvoll gegenüber Mensch und Natur zu verhalten. Das bedeutet auch, kein unnötiges Risiko einzugehen und sich je nach Schwierigkeitsgrad der Tour entsprechend vorzubereiten.
Der Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern ist ein wahres Paradies für Wanderungen und Bergtouren. Ob hoch hinauf auf den Großglockner, zu den Kaprun Hochgebirgsstauseen oder zu den Krimmler Wasserfällen: Neben faszinierenden Erlebnissen in der Natur warten hier auch einige sportliche Herausforderungen.
Besonders im Herbst bietet sich die vielfältige Bergwelt des Großglockners für Wanderungen und Bergtouren an. Neben anspruchsvollen Touren gibt es hier auch für sportlich weniger ambitionierte Menschen jede Menge zu entdecken. 55 Wanderungen und Bergtouren sind im Rother Wanderführer „Wandern an der Großglockner Hochalpenstraße“ beschrieben.
Tipp: Das Buch ist im Paket „Goldener Wanderherbst“ inbegriffen. Mit dem Package befahren Sie acht Tage lang die Großglockner Hochalpenstraße um 62,00.
Kurze Wanderungen
Das Abenteuer beginnt bereits im Tal: Von der Kassastelle Ferleiten geht der erste (kinderwagentaugliche) Spazierweg hinauf auf die Oberstattalm. Gleich in der Nähe, beim Gasthof Tauernhaus Ferleiten beginnt der etwa 4 km lange Erlebnisweg Käfertal, der ebenfalls familientauglich ist und bei einem Wasserspielplatz vorbeiführt.
Für alle, die auf die großartige Aussicht von hoch oben auf dem Berg nicht verzichten wollen, gibt es auch entlang der Panoramastraße einige leichte und kurze Wanderungen, zum Beispiel vom Restaurant Fuschertörl hinauf auf die Edelweißspitze. Ein ebenfalls kurzer Weg (ca. 30 min hin und zurück) führt von der Kehre 3 hinauf zum Wasserfall Fallbach.
Leichte und mittelschwere Bergtouren
Mit dem Auto oder mit dem Glocknerbus geht es bequem hinauf bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Von dort aus führt der Weg etwa eine Stunde hinauf zum Kaiserstein (2489 m).
Tipp: Zweimal täglich, jeweils um 10.30 Uhr und um 13.30 Uhr gibt es diese Tour als kostenlose Führung mit einem Nationalpark-Ranger. Von 26. September bis 25. Oktober finden die Führungen jeden Freitag und Samstag statt. Wetterbedingt sind Änderungen möglich, eine telefonische Anmeldung (+43 48256161) ist notwendig.
Etwas intensiver ist die Route von der Edelweiß-Spitze zum Baumgartl Kopf. Auf einer Länge von 4,7 km überwinden Sie immerhin 785 Höhenmeter. Eine gute körperliche Verfassung ist also auch hier bereits Voraussetzung.
Menschen, die hoch hinauswollen, starten vom Hochtor-Südportal hinauf auf den Dreitausender Gipfel Brennkogel (3018 m). Auf dem gut acht Kilometer langen Weg (Gehzeit ca. 5 ½ Stunden) offenbart sich die Gebirgslandschaft in ihrer ganzen Vielfalt.
Sehr anspruchsvolle Touren
Zu Fuß über einen der vier wichtigsten Wege auf den Großglockner-Gipfel (3798 m) gehen? Das haben seit der Erstbesteigung im Jahr 1800 schon viele Alpinistinnen und Alpinisten unternommen. Diese körperlich und technisch herausfordernden zweitägigen Touren empfehlen wir nur mit entsprechender Ausrüstung und einem professionellen Guide.
Vom Naturlehrpfad bis zum Klettersteig gibt es rund um die Kaprun Hochgebirgsstauseen einiges zu entdecken. Naturgenuss und Sport lassen sich hier perfekt verbinden. Egal, wie groß der sportliche Ehrgeiz ist: Die knapp 1.000 Höhenmeter bis zum Stausee Mooserboden - Ausgangspunkt für viele Touren - überwindet man am besten mit Transferbussen und dem Lärchwand-Schrägaufzug.
Tipp: Mit der interaktiven Karte können Sie Ihre Tour vorab planen und Informationen über die notwendige Ausrüstung und den Schwierigkeitsgrad einholen.
Leichte Wanderungen
Mit 45 Minuten Gehzeit (eine Wegstrecke) und einem Höhenunterschied von 237 Höhenmetern ist der Kräuterlehrpfad auch für Familien bestens geeignet. Geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle gehören dennoch zur Ausrüstung. Von der Busstation Mooserboden führt der gut beschilderte Weg bergab bis zur Fürthermoar Alm. Wer nicht mehr zu Fuß zurückgehen möchte, kann direkt dort in den Bus einsteigen.
Mittelschwere Bergtouren
Gleich vom Tal aus (Alpenhaus Kesselfall) wandert man hinauf zum Stausee Mooserboden. Diese Tour ist konditionell anspruchsvoll, sind doch ca. 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Der Genuss der herrlichen Landschaft mit den Stauseen und dem atemberaubenden Bergpanorama ist dafür umso intensiver. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind für diese Tour notwendig. Wer möchte, kann sich Dank des Lärchwand-Schrägaufzugs ein Stück des Weges sparen. Anstatt zu Fuß abzusteigen, kann man auch mit dem Bus hinunterfahren.
Tipp: Wer eine längere Tour ausgehend vom Stausee Mooserboden plant, nimmt am besten gleich den Bergsteigerbus, der jedes Wochenende von Juni bis September um 6:45 Uhr von der Kassa Kesselfall hinauf fährt. Das Ticket muss vorab online gebucht werden.
Vom Mooserboden aus geht es in etwas mehr als zwei Stunden hinauf zum Kleinen Grieskogel. Der Weg führt zuerst über steile Almwiesen bis zum Sedlgratkopf und dann weiter über einen ungesicherten und nicht markierten Weg hinauf zum Kleinen Grieskogel. Trittsicherheit und Bergerfahrung sind bei dieser Tour unbedingt notwendig.
Eldorado für Kletterbegeisterte
Die Klettersteigarena Höhenburg bietet drei Klettersteige in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Während der „Limberg Zwerg“ auch für Kinder geeignet ist, liegt der Schwierigkeitsgrad des längsten der drei Klettersteige, des „Mooser Mandls“, bei C/D. Am herausforderndsten ist die „Drossen-Hex“, die sogar eine kurze E-Stelle aufweist.
Highlight für sportliche Menschen, die die Staumauer nicht nur im Inneren, sondern auch von außen erkunden wollen, ist der Staumauerklettersteig MOBO107. Über einen Flying Fox gelangt man zum Einstieg. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich bei A-B mit einer C-Variante.
Tipp: Sowohl für die Klettersteigarena Höhenburg als auch für den MOBO107 werden geführte Touren angeboten. Am Infopoint Mooserboden können Sie bei Bedarf ein Klettersteigset mieten.
Die Krimmler Wasserfälle kann man nicht nur bestaunen, sondern auch erwandern. Sehr beliebt ist der Wasserfallweg, der vorbei an allen drei Stufen führt. Bis zum obersten Wasserfall geht man in etwa anderthalb bis zwei Stunden. Belohnt wird die Anstrengung durch herrliche Ausblicke und das faszinierende Naturschauspiel der tosenden Wassermassen. Für alle, die noch weiter wandern möchten, führt der Weg in das idyllische Krimmler Achental hinein bis zum Tauernhaus.
Tipp: Mit einem Kombi-Ticket für die Wasserfälle und die Krimmler WasserWelten kommen Sie dem Element Wasser besonders nah.
Etwa 45 km südlich der Stadt Salzburg liegt das Tennengebirge, eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen. In der Nähe der Gemeinde Werfen befindet sich auf über 1600 Metern Seehöhe die größte Eishöhle der Welt. Schon der kurze Aufstieg bis zur Talstation der Seilbahn und von der Bergstation bis zum Eingang der Höhle erfordert ein bisschen Kondition. Im Inneren der Höhle, die nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann, warten 1400 Stufen darauf, beschritten zu werden. Angesichts der kühlen Temperaturen um 0 Grad kommt man hier nicht besonders ins Schwitzen. Die Strapazen zahlen sich aus – denn mit mystischen Flammen beleuchtete Eisgiganten sieht man nicht jeden Tag. Gutes Schuhwerk und warme Kleidung sind empfehlenswert.
Mittelschwere Bergtour
Wer vor dem Besuch der Eisriesenwelt noch eine kleine Bergtour machen möchte, wandert direkt vom Parkplatz beim Besucherzentrum ungefähr anderthalb Stunden zum Dr.-Oedl-Haus hinauf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind von Vorteil, da der Weg teilweise ausgesetzt ist.
Anspruchsvolle Bergtouren
Für erfahrene Bergsteigerinnen und Bergsteiger bieten sich Touren vom Dr.-Oedl-Haus hinauf zum Leopold-Happisch-Haus an, von wo aus weitere Gipfel bestiegen werden können. Informationen über Touren und Übernachtungsmöglichkeiten sollten vorab eingeholt werden.
Nicht nur der Untersberg selbst ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen und Bergtouren. Auf den nordwestlichen Ausläufern des Untersberg, direkt an der Grenze zu Bayern, liegt der weitläufige Naturpark Untersberg, den ein großes Netz von Wander- und Radwegen durchzieht. Eine Wanderkarte ist über den Tourismusverband Großgmain erhältlich. Eine schöne Wanderung (ca. 4 km) führt etwa vom Freilichtmuseum bis zum Gasthof Latschenwirt und weiter zur Kneippanlage Großgmain. Von dort aus ist es auch nicht weit zur Ruine Plainburg, die auf jeden Fall einen Abstecher wert ist.
An einem einzigen Tag durch alle fünf Gaue des Bundeslands Salzburg wandern können Sie nur im Salzburger Freilichtmuseum. Die kinderwagenfreundlich angelegten Schotterwege (gesamt 7 km) führen vorbei an original erhaltenen Bauernhäusern aus sechs Jahrhunderten, von denen jedes seinen ganz eigenen Charme hat.
Tipp: Es lohnt sich, die Runde durch das Freilichtmuseum mal gegen den Uhrzeigersinn zu gehen. Wer gleich nach dem Haupteingang nach rechts in den Pinzgau abzweigt, geht durch schattige Wäldchen bis hinauf in den einsamen Lungau. Abseits der meistfrequentierten Wege stößt man auf interessante Entdeckungen, wie zum Beispiel eine alte Wasserpumpe, den sogenannten hydraulischen Widder.
Auch die Stadt Salzburg hat einige schöne Wander- und Spazierwege zu bieten. Der Reiz besteht in der Kombination aus Kultur- und Naturerlebnissen.
Der Mönchsberg mit der Festung Hohensalzburg ist der ideale Stadtberg für ausgedehnte Spaziergänge und großartige Ausblicke. Vom Nonntal aus führt ein steiler Weg zur Festung hinauf. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Mönchsberglift oder mit der Festungsbahn hinaufzufahren. Von Salzburgs Wahrzeichen aus geht es in etwa zehn Minuten zur Franz-Josefs-Höhe. Dort befindet sich die buddhistische Stupa – ein Symbol für Freiheit, Frieden und Harmonie, das zur Meditation einlädt. Weiter geht es in gut zwanzig Minuten zur Müllner Schanze, wo Kletterfans einen Kletterparcours mit zwölf verschiedenen Routen vorfinden, außerdem einen Seilklettergarten und eine Boulder-Wand. Der Abstieg führt hinunter in den Stadtteil Mülln, wo das Augustiner Bräustübl zum Ausklang einlädt.
Der weitläufige Schlosspark Hellbrunn ist von der Stadt Salzburg aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Alternativ gibt es einige gebührenpflichtige Parkplätze. Vom Schloss weg führen mehrere Spazierwege durch den Schlosspark und auf den Hellbrunner Berg. Wer möchte, nimmt den etwa zehnminütigen Anstieg zum Monatsschlössl hinauf, in dem sich das Salzburger Volkskundemuseum befindet. Vom sogenannten Stadtblick aus genießt man eine schöne Aussicht auf das idyllisch gelegene Schloss und den Park. Vom Hauptweg aus gelangt man zum historischen Steintheater, das mit seinen faszinierenden Felsformationen und seiner Lage auf einzigartige Weise Natur und Kultur verbindet. Nicht zu verfehlen ist der Aussichtspunkt Watzmannblick, der einen schönen Blick auf die Salzburger und Berchtesgadener Bergwelt bietet.