Wer sich auf die Spuren vergangener Jahrtausende macht, wird bei den Top Sehenswürdigkeiten in Stadt und Land Salzburg fündig. Mächtige Burgen, prunkvolle Schlösser, einsame Bauernhöfe und mystische Stollen erzählen faszinierende Geschichten über die früheren Bewohnerinnen und Bewohner von Salzburg. Wie lebten die Menschen zur Zeit der Kelten, Römer, Ritter und Fürsterzbischöfe? Wir haben für Sie in der Vergangenheit gegraben.
Wie lebten die Menschen früher in Salzburg?
Die Zeit der Kelten
Die ältesten menschlichen Spuren im Bundesland Salzburg sind schon über 40.000 Jahre alt. Viel später, in der Eisenzeit, siedelten sich die Kelten im Alpenraum an. Sie bauten vor etwa 2600 Jahren am Dürrnberg bei Hallein Salz ab. Die Kelten waren geschickte Handwerker und stellten kunstvolle Gegenstände her. Funde aus dem Bergwerk, aus Gräbern und Siedlungen vom Dürrnberg sind im Keltenmuseum in Hallein ausgestellt.
Die keltischen Bergleute trugen bei der Arbeit unter Tage Schaffellmützen, Bundschuhe, Taschen aus Rinderfell und vermutlich Tuniken aus Wolle. Das Salz im Bergwerk konservierte verlorengegangene Werkzeuge so gut, dass 2500 Jahre alte Holzpickel und andere Gegenstände noch heute erhalten sind, während sie an der Oberfläche längst verrottet wären. In den Salzwelten Salzburg & Kelten.Erlebnis.Berg auf dem Dürrnberg können Besucherinnen und Besucher original erhaltene Stollen besichtigen und das Alltagsleben der keltischen Bergleute hautnah erleben.
Am Hochtor-Pass an der heutigen Großglockner Hochalpenstraße fanden Archäologen keltische Silbermünzen, Bronzestatuetten und Eisenstäbe – Belege dafür, dass dieser Alpenübergang bereits in der Eisenzeit als Handels- und Reiseweg genutzt wurde.
Die Krimmler WasserWelten liegen am Fuß eines der ältesten bekannten Alpenübergänge der Ostalpen: dem Krimmler Tauern, über den schon die Kelten zogen.
Römerzeit
Die Römer erreichten etwa 15 v. Chr. das Stadtgebiet Salzburg. Der Stadtname Iuvavum – sein Ursprung ist vorrömisch, wahrscheinlich keltisch – wurde von den Römern für die neu gegründete Municipalstadt übernommen. Wo heute der Salzburger Dom und das DomQuartier Salzburg stehen, befanden sich römische Wohnbauten – die Überreste sind noch im Domgrabungsmuseum zu sehen. Das Leben in Iuvavum war erstaunlich urban. Die Stadt hatte bis zu 7.000 Einwohner:innen, die in Häusern mit Fußbodenheizung (Hypokausten) lebten.
Im Lungau lag an der wichtigen Römerstraße nach Teurnia eine Mautstelle: Mauterndorf. An der Stelle eines ehemaligen römischen Kastells steht heute die Burg Mauterndorf. Funde aus der Römerzeit sind im Lungauer Landschaftsmuseum auf Burg Mauterndorf zu sehen.
Salzburg im Mittelalter
Im Jahr 1077 begann Erzbischof Gebhard mit dem Bau von zwei Burgen: der Festung Hohensalzburg und der Burg Hohenwerfen. Eine Burg war wie eine in sich geschlossene kleine Stadt mit Wohnräumen, Stallungen, Kapelle, Küche, Backstube und den Werkstätten der Handwerker. Während die Soldaten in engen Gemeinschaftsquartieren lebten, residierten die Erzbischöfe in prächtigen Fürstenzimmern mit Kachelofen. Besonders prunkvoll sind die original erhaltenen Fürstenzimmer auf der Festung Hohensalzburg gestaltet.
Die Burg Mauterndorf im Lungau markierte einst einen der wichtigsten Alpenübergänge. Aus dem 14. Jahrhundert stammen die gotischen Fresken in der Burgkapelle. Wie auch in anderen Burgen gehörten ein Verlies und die Waffenkammer zur Festung dazu. Das Burgmuseum nimmt Besucherinnen und Besucher auf eine Zeitreise vom Mittelalter bis in die Neuzeit mit und lässt das Leben auf der Burg wieder lebendig werden.
Schon im Mittelalter setzten Adelige im Salzachtal Greifvögel zur Jagd ein. In der Erlebnisburg Hohenwerfen erwartet Besucherinnen und Besucher täglich eine Falkenflugvorführung mit Falken, Adlern und Bussarden.
Das bäuerliche Leben
Wesentlich einfacher und karger als bei den Burgleuten ging es auf dem Land bei den Bauern zu. Im Winter war oft nur die Stube beheizt. Gegessen wurde aus einfachen Schüsseln, die für alle auf den Tisch gestellt wurden. Meistens gab es Brei aus Hafer, Hirse, Kohl oder Rüben. Fleisch wurde nur an Festtagen gegessen.
Dass die Geduld der Landbevölkerung, die ihre Erträge an die Lehnsherren abgeben musste, Grenzen hatte, zeigte der Große Salzburger Bauernkrieg von 1525: Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg musste auf die Festung Hohensalzburg flüchten und hielt dort 14 Wochen einer Belagerung stand. Die Festung wurde nie eingenommen. Auch die Burg Hohenwerfen stand im Fokus der aufständischen Bauern. Die Ausstellung „Der Aufstand: Die Burg Hohenwerfen im Salzburger Bauernkrieg 1525/26“ widmet sich diesem Ereignis vor 500 Jahren.
Im Salzburger Freilichtmuseum wurden 100 Gebäude aus allen Teilen des Bundeslandes Salzburg wiederaufgebaut: Bauernhöfe, Scheunen, Almen – die ältesten aus dem 15. Jahrhundert. Originalgetreu eingerichtete Stuben und Küchen geben Einblick in das Leben auf dem Land. Das Museum hat eine eindrucksvolle Sammlung von Landwirtschaftsgeräten und Objekten aus dem Alltag der Bauernfamilien.
Fürsterzbischöfe
Etwa 1000 Jahre lang regierten in Salzburg die mächtigen Fürsterzbischöfe. Die kirchliche und weltliche Macht lag in ihren Händen, denn sie waren Kirchenfürsten und gleichzeitig Landesherren. Durch ihre rege Bautätigkeit prägten sie das heutige Bild der Salzburger Altstadt maßgeblich.
Wolf Dietrich von Raitenau ließ ab 1587 rund 100 Bürgerhäuser in der Salzburger Altstadt abreißen, um Platz für seine Vision einer barocken Residenzstadt zu schaffen. Das DomQuartier Salzburg bietet heute einen Rundgang durch den Salzburger Dom, die Prunkräume in der Residenz, das Museum des Erzstiftes St. Peter, das Dommuseum und die Residenzgalerie. So wird das barocke Herz Salzburgs und die Zeit der mächtigen Fürsterzbischöfe in allen Facetten erlebbar.
Wolf Dietrichs Nachfolger Markus Sittikus ließ 1613 bis 1615 Schloss Hellbrunn errichten – eine Villa nach italienischem Vorbild, entworfen für den Sommer, ohne einen einzigen Kamin. Markus Sittikus veranstaltete prächtige Hoffeste in venezianischem Stil. Noch heute überraschen die rund 400 Jahre alten Wasserspiele die Besucherinnen und Besucher mit plötzlichen Fontänen und wassergetriebenen Automaten – ganz so, wie Markus Sittikus seine Gäste einst nass machte.
Diese Zeit hatte auch ihre dunklen Seiten: Im November 1731 erließ Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian das Emigrationspatent. Rund 22.000 protestantische Salzburgerinnen und Salzburger mussten ihre Heimat verlassen. Allein im Pongau standen danach 1.544 Bauernhöfe leer. Fast ein Viertel der Vertriebenen überlebte die langen Märsche nicht.
1803 endete die Zeit der Fürsterzbischöfe mit Hieronymus Graf Colloredo, der auch als Arbeitgeber von Wolfgang Amadeus Mozart bekannt wurde. Das Erzbistum Salzburg wurde in ein weltliches Kurfürstentum umgewandelt, wenig später kam es zum Kaisertum Österreich.
Die Geschichte Salzburgs und seiner Bewohnerinnen und Bewohner ist hier natürlich noch lange nicht zu Ende. Auch in der jüngeren Vergangenheit hinterließen Menschen ihre Spuren im Bundesland Salzburg: ob beim Bau eines Grenzpostens wie Fort Kniepass im Saalachtal, bei der Entdeckung der Eisriesenwelt im Tennengebirge oder beim Bau der gigantischen Staumauer bei den Kaprun Hochgebirgsstauseen.
Sicher ist: Man kommt kaum wo Salzburg und seiner vielfältigen Geschichte näher als beim Besuch der Top Sehenswürdigkeiten.